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vier Herren und eine Dame beim Besuch der Neumann-Mühle

Besuch der Jubiläumsfeier „450 Jahre Neumannmühle“ im Kirnitzschtal

Ein besonderer Anlass im Kirnitzschtal: Die Schauanlage Neumannmühle in Sebnitz feierte am 6. Juni 2026 ihr 450-jähriges Bestehen. Als Förderer und Unterstützer des Schauanlage Neumannmühle e.V. war auch die Volksbank Pirna vor Ort und gratulierte zum Jubiläum.

Von der Volksbank Pirna nahmen Julia Sachse (Marketing & Öffentlichkeitsarbeit) sowie Klaus Brähmig (Mitglied des Aufsichtsrats) an den Feierlichkeiten teil. Gemeinsam mit Oberbürgermeister der Stadt Sebnitz Ronald Kretzschmar und Jens Willmuth, dem Vorsitzenden des Schauanlage Neumannmühle e.V., wurde auf die Geschichte der Anlage und die Arbeit des Vereins zurückgeblickt.

Die Neumannmühle gehört zu den ältesten erhaltenen technischen Anlagen der Sächsischen Schweiz. Die historische Brettmühle mit ihrem Ein-Blatt-Sägegatter zeigt, wie Holz früher mit Hilfe der Wasserkraft verarbeitet wurde. Ergänzt wird die Anlage durch die ehemalige Holzschleiferei, in der einst Holzschliff für die Papierherstellung gewonnen wurde.Dass diese Technik heute noch erhalten und für Besucher zugänglich ist, ist vor allem dem Engagement des Vereins zu verdanken. Die Mitglieder kümmern sich um Pflege, Erhalt und Vermittlung der historischen Anlage.

Dieses Engagement unterstützte die Volksbank mit insgesamt 8.000 Euro und ermöglichte damit die Erneuerung des historischen Wasserrades.

„Die Neumannmühle zeigt, wie viel Tradition und Geschichte durch ehrenamtliches Engagement bewahrt werden kann. Wir freuen uns, dieses Engagement unterstützen zu dürfen“, so die Volksbank Pirna. Die Volksbank Pirna gratuliert zum Jubiläum und bedankt sich bei allen Beteiligten, die sich für den Erhalt der Schauanlage Neumannmühle einsetzen.

Wer die historische Technik der Neumannmühle selbst erleben möchte, kann die Schauanlage während der Saison besuchen. Die Neumannmühle befindet sich im Kirnitzschtal in Sebnitz/OT Ottendorf (Kirnitzschtalstraße 5). Geöffnet ist die Anlage von Dienstag bis Sonntag jeweils 11:00 bis 17:00 Uhr (Montag Ruhetag). Weitere Informationen gibt es unser www.neumann-muehle.de .

  • 450 Jahre Neumannmühle – Als das Kirnitzschtal vom Klang der Sägen erfüllt war06.06.2026, Kirnitzschtal, Sebnitz, Neumannmühle Kirnitzschtal. Im Jahr 2026 erinnerte die traditionsreiche Anlage an ein außergewöhnliches Jubiläum: Vor 450 Jahren, am 2. September 1576, wurde die Neumannmühle erstmals urkundlich erwähnt. Was damals als einfache Brettmühle am Eingang des Großen Zschands begann, entwickelte sich zu einem bedeutenden Zeugnis der Wirtschafts- und Technikgeschichte der Sächsischen Schweiz. Dabei reichte die Geschichte vermutlich noch weiter zurück. Historiker vermuteten, dass bereits im 14. Jahrhundert an dieser Stelle eine kleine Schneidemühle gestanden hatte. Sicher belegt war jedoch erst die Erwähnung von 1576 in einem Verzeichnis des Amtes Hohnstein. Dort wurden an der Einmündung des Großen Zschands in das Kirnitzschtal zwei Brettmühlen genannt – eine davon war die heutige Neumannmühle.Mit dem Beginn der Holzflößerei auf der Kirnitzsch gegen Ende des 16. Jahrhunderts gewann die Mühle zunehmend an Bedeutung. Das Tal wurde zu einer wichtigen Verkehrsader für den Holztransport. Baumstämme aus den Wäldern der Hinteren Sächsischen Schweiz gelangten auf dem Wasserweg zu den Sägemühlen, wo sie zu Bau- und Nutzholz verarbeitet wurden. Die Neumannmühle profitierte von dieser Entwicklung und wurde über Generationen hinweg zu einem wichtigen Wirtschaftsbetrieb der Region. Besonders bemerkenswert war die Technik, die sich bis heute erhalten hat. Der älteste Teil der Mühle blieb über Jahrhunderte nahezu unverändert. Herzstück war ein Ein-Blatt-Sägegatter venezianischer Bauart – eine Konstruktion, die als technisches Meisterwerk ihrer Zeit galt. Während vielerorts historische Mühlentechnik verschwand, überdauerte sie in der Neumannmühle die Jahrhunderte nahezu im Originalzustand. Das mehr als vier Jahrhunderte alte Sägegatter gehört heute zu den bedeutendsten technischen Zeugnissen seiner Art in Sachsen.Einen weiteren Meilenstein erlebte die Mühle in den Jahren 1871 und 1872. Damals entstand ein Anbau für eine Holzschleiferei. Hier wurde Holzschliff hergestellt – jener Rohstoff, der die industrielle Papierproduktion revolutionierte. Täglich entstanden bis zu 300 Kilogramm Holzschliff, die in Papierfabriken der Umgebung weiterverarbeitet wurden. Die Neumannmühle schlug damit die Brücke zwischen traditionellem Handwerk und beginnender Industrialisierung. Angetrieben wurde die gesamte Anlage von der Kraft des Wassers. Das große Wasserrad setzte die Maschinen in Bewegung und lieferte eine Leistung von bis zu 18 Pferdestärken – lange bevor Elektrizität Einzug hielt. Für die Menschen jener Zeit war die Wasserkraft die Grundlage ihres wirtschaftlichen Erfolges.Nach dem Ende der Holzschliffproduktion im Jahr 1945 und der Einstellung des Sägebetriebes in den 1950er Jahren schien das Schicksal der Mühle zunächst besiegelt. Die Gebäude verfielen, die Technik rostete. Doch Heimatforscher, Denkmalpfleger und engagierte Bürger erkannten früh den unschätzbaren Wert der Anlage. Bereits in den 1960er Jahren begannen erste Bemühungen, die Mühle als technisches Denkmal zu sichern. Nach Jahren des Verfalls wurde sie ab den 1990er Jahren aufwendig restauriert. Seit der Gründung des Vereins „Schauanlage Neumannmühle e. V.“ im Jahr 1998 sorgten zahlreiche Ehrenamtliche dafür, dass die Geschichte der Mühle nicht in Vergessenheit geriet.So stand die Neumannmühle auch 450 Jahre nach ihrer ersten urkundlichen Erwähnung noch immer dort, wo Generationen von Müllern, Sägern und Handwerkern gearbeitet hatten. Als einzige Mühle im Kirnitzschtal hatte sie ihre ursprüngliche Gestalt weitgehend bewahrt. Sie war längst mehr als ein Museum. Sie war ein lebendiges Geschichtsbuch aus Holz, Stein und Eisen – ein Ort, an dem die Vergangenheit nicht nur erzählt, sondern erlebt werden konnte.Als sich am 6. Juni 2026 Förderer, Vereinsmitglieder, Freunde und Gäste im Technischen Denkmal versammelten, feierten sie deshalb nicht allein ein Jubiläum. Sie würdigten 450 Jahre Arbeit, Erfindergeist und Heimatgeschichte – und jene Menschen, die dafür gesorgt hatten, dass das alte Wasserrad im Kirnitzschtal auch für kommende Generationen nicht stillstehen würde.Foto: Marko Förster06.06.2026 © Marko FörsterWICHTIGE HINWEISE: Jeder Abdruck ist honorar- und umsatzsteuerpflichtig (7 % Ust.)! Die Weitergabe des Bildmaterials an Dritte ist verboten!
    Julia Sachse und Klaus Brähmig von der Volksbank Pirna mit OB der Stadt Sebnitz Ronald Kretzschmar und Jens Willmuth, Vorsitzender des Schauanlage Neumann-Mühle e.V. und Daniel Thomann, Sachsenforst
  • 450 Jahre Neumannmühle – Als das Kirnitzschtal vom Klang der Sägen erfüllt war06.06.2026, Kirnitzschtal, Sebnitz, Neumannmühle Kirnitzschtal. Im Jahr 2026 erinnerte die traditionsreiche Anlage an ein außergewöhnliches Jubiläum: Vor 450 Jahren, am 2. September 1576, wurde die Neumannmühle erstmals urkundlich erwähnt. Was damals als einfache Brettmühle am Eingang des Großen Zschands begann, entwickelte sich zu einem bedeutenden Zeugnis der Wirtschafts- und Technikgeschichte der Sächsischen Schweiz. Dabei reichte die Geschichte vermutlich noch weiter zurück. Historiker vermuteten, dass bereits im 14. Jahrhundert an dieser Stelle eine kleine Schneidemühle gestanden hatte. Sicher belegt war jedoch erst die Erwähnung von 1576 in einem Verzeichnis des Amtes Hohnstein. Dort wurden an der Einmündung des Großen Zschands in das Kirnitzschtal zwei Brettmühlen genannt – eine davon war die heutige Neumannmühle.Mit dem Beginn der Holzflößerei auf der Kirnitzsch gegen Ende des 16. Jahrhunderts gewann die Mühle zunehmend an Bedeutung. Das Tal wurde zu einer wichtigen Verkehrsader für den Holztransport. Baumstämme aus den Wäldern der Hinteren Sächsischen Schweiz gelangten auf dem Wasserweg zu den Sägemühlen, wo sie zu Bau- und Nutzholz verarbeitet wurden. Die Neumannmühle profitierte von dieser Entwicklung und wurde über Generationen hinweg zu einem wichtigen Wirtschaftsbetrieb der Region. Besonders bemerkenswert war die Technik, die sich bis heute erhalten hat. Der älteste Teil der Mühle blieb über Jahrhunderte nahezu unverändert. Herzstück war ein Ein-Blatt-Sägegatter venezianischer Bauart – eine Konstruktion, die als technisches Meisterwerk ihrer Zeit galt. Während vielerorts historische Mühlentechnik verschwand, überdauerte sie in der Neumannmühle die Jahrhunderte nahezu im Originalzustand. Das mehr als vier Jahrhunderte alte Sägegatter gehört heute zu den bedeutendsten technischen Zeugnissen seiner Art in Sachsen.Einen weiteren Meilenstein erlebte die Mühle in den Jahren 1871 und 1872. Damals entstand ein Anbau für eine Holzschleiferei. Hier wurde Holzschliff hergestellt – jener Rohstoff, der die industrielle Papierproduktion revolutionierte. Täglich entstanden bis zu 300 Kilogramm Holzschliff, die in Papierfabriken der Umgebung weiterverarbeitet wurden. Die Neumannmühle schlug damit die Brücke zwischen traditionellem Handwerk und beginnender Industrialisierung. Angetrieben wurde die gesamte Anlage von der Kraft des Wassers. Das große Wasserrad setzte die Maschinen in Bewegung und lieferte eine Leistung von bis zu 18 Pferdestärken – lange bevor Elektrizität Einzug hielt. Für die Menschen jener Zeit war die Wasserkraft die Grundlage ihres wirtschaftlichen Erfolges.Nach dem Ende der Holzschliffproduktion im Jahr 1945 und der Einstellung des Sägebetriebes in den 1950er Jahren schien das Schicksal der Mühle zunächst besiegelt. Die Gebäude verfielen, die Technik rostete. Doch Heimatforscher, Denkmalpfleger und engagierte Bürger erkannten früh den unschätzbaren Wert der Anlage. Bereits in den 1960er Jahren begannen erste Bemühungen, die Mühle als technisches Denkmal zu sichern. Nach Jahren des Verfalls wurde sie ab den 1990er Jahren aufwendig restauriert. Seit der Gründung des Vereins „Schauanlage Neumannmühle e. V.“ im Jahr 1998 sorgten zahlreiche Ehrenamtliche dafür, dass die Geschichte der Mühle nicht in Vergessenheit geriet.So stand die Neumannmühle auch 450 Jahre nach ihrer ersten urkundlichen Erwähnung noch immer dort, wo Generationen von Müllern, Sägern und Handwerkern gearbeitet hatten. Als einzige Mühle im Kirnitzschtal hatte sie ihre ursprüngliche Gestalt weitgehend bewahrt. Sie war längst mehr als ein Museum. Sie war ein lebendiges Geschichtsbuch aus Holz, Stein und Eisen – ein Ort, an dem die Vergangenheit nicht nur erzählt, sondern erlebt werden konnte.Als sich am 6. Juni 2026 Förderer, Vereinsmitglieder, Freunde und Gäste im Technischen Denkmal versammelten, feierten sie deshalb nicht allein ein Jubiläum. Sie würdigten 450 Jahre Arbeit, Erfindergeist und Heimatgeschichte – und jene Menschen, die dafür gesorgt hatten, dass das alte Wasserrad im Kirnitzschtal auch für kommende Generationen nicht stillstehen würde.Foto: Marko Förster06.06.2026 © Marko FörsterWICHTIGE HINWEISE: Jeder Abdruck ist honorar- und umsatzsteuerpflichtig (7 % Ust.)! Die Weitergabe des Bildmaterials an Dritte ist verboten!
    Julia Sachse und Klaus Brähmig von der Volksbank Pirna mit OB Ronald Kretzschmar und Jens Willmuth, Schauanlage Neumann-Mühle e.V. und Daniel Thomann, Sachsenforst vor dem historischen Wasserrad
  • 450 Jahre Neumannmühle – Als das Kirnitzschtal vom Klang der Sägen erfüllt war06.06.2026, Kirnitzschtal, Sebnitz, Neumannmühle Kirnitzschtal. Im Jahr 2026 erinnerte die traditionsreiche Anlage an ein außergewöhnliches Jubiläum: Vor 450 Jahren, am 2. September 1576, wurde die Neumannmühle erstmals urkundlich erwähnt. Was damals als einfache Brettmühle am Eingang des Großen Zschands begann, entwickelte sich zu einem bedeutenden Zeugnis der Wirtschafts- und Technikgeschichte der Sächsischen Schweiz. Dabei reichte die Geschichte vermutlich noch weiter zurück. Historiker vermuteten, dass bereits im 14. Jahrhundert an dieser Stelle eine kleine Schneidemühle gestanden hatte. Sicher belegt war jedoch erst die Erwähnung von 1576 in einem Verzeichnis des Amtes Hohnstein. Dort wurden an der Einmündung des Großen Zschands in das Kirnitzschtal zwei Brettmühlen genannt – eine davon war die heutige Neumannmühle.Mit dem Beginn der Holzflößerei auf der Kirnitzsch gegen Ende des 16. Jahrhunderts gewann die Mühle zunehmend an Bedeutung. Das Tal wurde zu einer wichtigen Verkehrsader für den Holztransport. Baumstämme aus den Wäldern der Hinteren Sächsischen Schweiz gelangten auf dem Wasserweg zu den Sägemühlen, wo sie zu Bau- und Nutzholz verarbeitet wurden. Die Neumannmühle profitierte von dieser Entwicklung und wurde über Generationen hinweg zu einem wichtigen Wirtschaftsbetrieb der Region. Besonders bemerkenswert war die Technik, die sich bis heute erhalten hat. Der älteste Teil der Mühle blieb über Jahrhunderte nahezu unverändert. Herzstück war ein Ein-Blatt-Sägegatter venezianischer Bauart – eine Konstruktion, die als technisches Meisterwerk ihrer Zeit galt. Während vielerorts historische Mühlentechnik verschwand, überdauerte sie in der Neumannmühle die Jahrhunderte nahezu im Originalzustand. Das mehr als vier Jahrhunderte alte Sägegatter gehört heute zu den bedeutendsten technischen Zeugnissen seiner Art in Sachsen.Einen weiteren Meilenstein erlebte die Mühle in den Jahren 1871 und 1872. Damals entstand ein Anbau für eine Holzschleiferei. Hier wurde Holzschliff hergestellt – jener Rohstoff, der die industrielle Papierproduktion revolutionierte. Täglich entstanden bis zu 300 Kilogramm Holzschliff, die in Papierfabriken der Umgebung weiterverarbeitet wurden. Die Neumannmühle schlug damit die Brücke zwischen traditionellem Handwerk und beginnender Industrialisierung. Angetrieben wurde die gesamte Anlage von der Kraft des Wassers. Das große Wasserrad setzte die Maschinen in Bewegung und lieferte eine Leistung von bis zu 18 Pferdestärken – lange bevor Elektrizität Einzug hielt. Für die Menschen jener Zeit war die Wasserkraft die Grundlage ihres wirtschaftlichen Erfolges.Nach dem Ende der Holzschliffproduktion im Jahr 1945 und der Einstellung des Sägebetriebes in den 1950er Jahren schien das Schicksal der Mühle zunächst besiegelt. Die Gebäude verfielen, die Technik rostete. Doch Heimatforscher, Denkmalpfleger und engagierte Bürger erkannten früh den unschätzbaren Wert der Anlage. Bereits in den 1960er Jahren begannen erste Bemühungen, die Mühle als technisches Denkmal zu sichern. Nach Jahren des Verfalls wurde sie ab den 1990er Jahren aufwendig restauriert. Seit der Gründung des Vereins „Schauanlage Neumannmühle e. V.“ im Jahr 1998 sorgten zahlreiche Ehrenamtliche dafür, dass die Geschichte der Mühle nicht in Vergessenheit geriet.So stand die Neumannmühle auch 450 Jahre nach ihrer ersten urkundlichen Erwähnung noch immer dort, wo Generationen von Müllern, Sägern und Handwerkern gearbeitet hatten. Als einzige Mühle im Kirnitzschtal hatte sie ihre ursprüngliche Gestalt weitgehend bewahrt. Sie war längst mehr als ein Museum. Sie war ein lebendiges Geschichtsbuch aus Holz, Stein und Eisen – ein Ort, an dem die Vergangenheit nicht nur erzählt, sondern erlebt werden konnte.Als sich am 6. Juni 2026 Förderer, Vereinsmitglieder, Freunde und Gäste im Technischen Denkmal versammelten, feierten sie deshalb nicht allein ein Jubiläum. Sie würdigten 450 Jahre Arbeit, Erfindergeist und Heimatgeschichte – und jene Menschen, die dafür gesorgt hatten, dass das alte Wasserrad im Kirnitzschtal auch für kommende Generationen nicht stillstehen würde.Foto: Marko Förster06.06.2026 © Marko FörsterWICHTIGE HINWEISE: Jeder Abdruck ist honorar- und umsatzsteuerpflichtig (7 % Ust.)! Die Weitergabe des Bildmaterials an Dritte ist verboten!
    Julia Sachse und Klaus Brähmig vor dem historischen Wasserrad. Die Volksbank Pirna hat hierfür den Eigenanteil von 8.000 Euro komplett übernommen.
  • 450 Jahre Neumannmühle – Als das Kirnitzschtal vom Klang der Sägen erfüllt war06.06.2026, Kirnitzschtal, Sebnitz, Neumannmühle Kirnitzschtal. Im Jahr 2026 erinnerte die traditionsreiche Anlage an ein außergewöhnliches Jubiläum: Vor 450 Jahren, am 2. September 1576, wurde die Neumannmühle erstmals urkundlich erwähnt. Was damals als einfache Brettmühle am Eingang des Großen Zschands begann, entwickelte sich zu einem bedeutenden Zeugnis der Wirtschafts- und Technikgeschichte der Sächsischen Schweiz. Dabei reichte die Geschichte vermutlich noch weiter zurück. Historiker vermuteten, dass bereits im 14. Jahrhundert an dieser Stelle eine kleine Schneidemühle gestanden hatte. Sicher belegt war jedoch erst die Erwähnung von 1576 in einem Verzeichnis des Amtes Hohnstein. Dort wurden an der Einmündung des Großen Zschands in das Kirnitzschtal zwei Brettmühlen genannt – eine davon war die heutige Neumannmühle.Mit dem Beginn der Holzflößerei auf der Kirnitzsch gegen Ende des 16. Jahrhunderts gewann die Mühle zunehmend an Bedeutung. Das Tal wurde zu einer wichtigen Verkehrsader für den Holztransport. Baumstämme aus den Wäldern der Hinteren Sächsischen Schweiz gelangten auf dem Wasserweg zu den Sägemühlen, wo sie zu Bau- und Nutzholz verarbeitet wurden. Die Neumannmühle profitierte von dieser Entwicklung und wurde über Generationen hinweg zu einem wichtigen Wirtschaftsbetrieb der Region. Besonders bemerkenswert war die Technik, die sich bis heute erhalten hat. Der älteste Teil der Mühle blieb über Jahrhunderte nahezu unverändert. Herzstück war ein Ein-Blatt-Sägegatter venezianischer Bauart – eine Konstruktion, die als technisches Meisterwerk ihrer Zeit galt. Während vielerorts historische Mühlentechnik verschwand, überdauerte sie in der Neumannmühle die Jahrhunderte nahezu im Originalzustand. Das mehr als vier Jahrhunderte alte Sägegatter gehört heute zu den bedeutendsten technischen Zeugnissen seiner Art in Sachsen.Einen weiteren Meilenstein erlebte die Mühle in den Jahren 1871 und 1872. Damals entstand ein Anbau für eine Holzschleiferei. Hier wurde Holzschliff hergestellt – jener Rohstoff, der die industrielle Papierproduktion revolutionierte. Täglich entstanden bis zu 300 Kilogramm Holzschliff, die in Papierfabriken der Umgebung weiterverarbeitet wurden. Die Neumannmühle schlug damit die Brücke zwischen traditionellem Handwerk und beginnender Industrialisierung. Angetrieben wurde die gesamte Anlage von der Kraft des Wassers. Das große Wasserrad setzte die Maschinen in Bewegung und lieferte eine Leistung von bis zu 18 Pferdestärken – lange bevor Elektrizität Einzug hielt. Für die Menschen jener Zeit war die Wasserkraft die Grundlage ihres wirtschaftlichen Erfolges.Nach dem Ende der Holzschliffproduktion im Jahr 1945 und der Einstellung des Sägebetriebes in den 1950er Jahren schien das Schicksal der Mühle zunächst besiegelt. Die Gebäude verfielen, die Technik rostete. Doch Heimatforscher, Denkmalpfleger und engagierte Bürger erkannten früh den unschätzbaren Wert der Anlage. Bereits in den 1960er Jahren begannen erste Bemühungen, die Mühle als technisches Denkmal zu sichern. Nach Jahren des Verfalls wurde sie ab den 1990er Jahren aufwendig restauriert. Seit der Gründung des Vereins „Schauanlage Neumannmühle e. V.“ im Jahr 1998 sorgten zahlreiche Ehrenamtliche dafür, dass die Geschichte der Mühle nicht in Vergessenheit geriet.So stand die Neumannmühle auch 450 Jahre nach ihrer ersten urkundlichen Erwähnung noch immer dort, wo Generationen von Müllern, Sägern und Handwerkern gearbeitet hatten. Als einzige Mühle im Kirnitzschtal hatte sie ihre ursprüngliche Gestalt weitgehend bewahrt. Sie war längst mehr als ein Museum. Sie war ein lebendiges Geschichtsbuch aus Holz, Stein und Eisen – ein Ort, an dem die Vergangenheit nicht nur erzählt, sondern erlebt werden konnte.Als sich am 6. Juni 2026 Förderer, Vereinsmitglieder, Freunde und Gäste im Technischen Denkmal versammelten, feierten sie deshalb nicht allein ein Jubiläum. Sie würdigten 450 Jahre Arbeit, Erfindergeist und Heimatgeschichte – und jene Menschen, die dafür gesorgt hatten, dass das alte Wasserrad im Kirnitzschtal auch für kommende Generationen nicht stillstehen würde.Foto: Marko Förster06.06.2026 © Marko FörsterWICHTIGE HINWEISE: Jeder Abdruck ist honorar- und umsatzsteuerpflichtig (7 % Ust.)! Die Weitergabe des Bildmaterials an Dritte ist verboten!
    Julia Sachse und Klaus Brähmig bei der Besichtigung und Führung durch die Anlage